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Vorhofflimmern bei Langstreckenläufern

 Dürfen Sportler bei Vorhofflimmern weiter aktiv Sport betreiben (z.B. Joggen)? Ist Ausdauersport ein Risiko-Faktor für Herzrhythmusstörungen? Was tun, wenn Vorhofflimmern auftritt?

In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnte gezeigt werden, dass Ausdauersportler, insbesondere Marathon/Skilangläufer ein ungewöhnlich hohes Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern schon in jüngeren Lebensjahren haben. Ein prominentes Beispiel ist der bekannte Internet-Journalist Tim Cole, der über seine Erkrankung an der Herzrhythmusstörung und die Behandlung (Laserkatheterablation) über Blogs und Social-Media im Internet berichtete. Heute läuft Tim Cole wieder doch gibt es klare Hinweise dafür, dass Extrembelastungen ein wichtiger Grund für das vorzeitige Auftreten von Vorhofflimmern darstellen. Zwar ist Vorhofflimmern eine Volkskrankheit, doch konnte in einer kürzlich von der Europäischen Fachgesellschaft für Kardiologie (ESC) gezeigt werden, dass jüngere Athleten ein im Vergleich zur Normalbevölkerung deutlich erhöhtes Risiko haben, an Vorhofflimmern zu erkranken. In der Studie, welche die Daten der letzten dreißig Jahre berücksichtigt, betrug die Häufigkeit von Vorhofflimmern bei den untersuchten Sportlern 12,8 Prozent. Zum Vergleich: in der Allgemeinbevölkerung liegt die Häufigkeit bei 0,5 Prozent, erst ab 75 Jahren steigt die Rate auf circa 15 Prozent an. Diese Untersuchung an Skilangläufern, die regelmäßig an einem Ski Marathon teilnahmen ist nach Meinung von Prof. Dr. Thorsten Lewalter durchaus auch auf andere Extremsportarten - und zu diesen zählt auch der Marathon- übertragbar. 
 

Kann man die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Vorhofflimmern beim einzelnen Sportler vorhersagen?

Sogenannte Prädiktoren des Vorhofflimmerns waren in dieser Untersuchung eine langsame Herzfrequenz und ein großer linker Vorhof. In Vorsorgeuntersuchungen kann dies mittels Langzeit-EKG und einer Echokardiographie gut untersucht werden. Beide Befunde sind auch sonst häufig beschriebene Charakteristika bei Ausdauersportlern. Die Vergrößerung des linken Vorhofs bei ansonsten herzgesunden Personen stellt eine Anpassung an das Ausdauertraining dar und ist offenbar zusammen mit der trainingsbedingten langsamen Herzfrequenz in Ruhe ein Risikofaktor für das Auftreten von Vorhofflimmern bei Marathon Skilangläufern.
 
All dies schreckt Tim Cole und viele andere Ausdauersportler nicht ab (s.a. hier). Wie das Beispiel des Journalisten Cole zeigt, ist Vorhofflimmern auch nicht das Ende des Ausdauersports. Ausdauersport hat - sieht man einmal von den Extremvarianten wie Marathon etc.  ab - ja durchaus eine wichtige Bedeutung in der Prävention. Tritt Vorhofflimmern auf, limitiert diese Herzrhythmusstörung den Sportler derart, dass auch kürzere Trainingseinheiten oft nicht mehr möglich sind. Ausdauersportler sollten die Rhythmusstörung kennen, da mit ihr neben der Leistungseinschränkung auch ein erhebliches Schlaganfall-Risiko verbunden ist. Auch hier ist der Journalist ein gutes Beispiel, erlitt er doch kurz vor einem geplanten Kathetereingriff noch einen leichten Schlaganfall. Dies kann auch durchaus jüngere Sportler betreffen. Eine regelmässige Untersuchung (z.B. mittels Echokardiographie oder Langzeit-EKG) sollte immer dann stattfinden, wenn der Sportler eine Einschränkung seiner Leistungsfähigkeit oder sogar Rhythmusstörungen selbst feststellt. (Bericht TZ)
 

Kann und darf ein Sportler bei Vorhofflimmern weiter seinen Sport ausüben?

 

Vorhofflimmern tritt häufig als Begleiterkrankung auf. D.h. es liegt eine behandelbare Ursache zugrunde. Liegt dem Vorhofflimmern ursächlich z.B. ein nicht oder nicht adäquat eingestellter Bluthochdruck, eine Koronare Herzkrankheit mit bedeutsamen Engstellen der Herzkrankgefäße oder eine Erkrankung einer Herzklappe zugrunde, kann ein Fortsetzen des Trainings sogar gefährlich sein. Daher sollte jede neu aufgetretene Herzrhythmusstörung, insbesondere, wenn der Verdacht auf die häufigste Rhythmusstörung, das Vorhofflimmern, besteht genau abgeklärt werden. Hier können der Hausarzt und/oder ein Facharzt (z.B. Kardiologe) die wichtigsten Ursachen schnell abklären und ggf. behandeln. Ist die Ursache beseitigt, kann häufig die sportliche Aktivität wieder voll aufgenommen werden. Für einen Sportler ist aber wichtig, dass Begleiterkrankungen auch in Hinblick auf die sportliche Aktivität richtig erkannt und behandelt werden. Gerade bei der Einstellung des Bluthochdrucks gibt es Medikamenten-Kombinationen, die für Sportler weniger gut geeignet sind. Hier sind Hausarzt und behandelnder Kardiologe gefragt. Leistungs- und Belastungstests sind wichtig, um das Risiko für eine weitere sportliche Aktivität.
 

Wie erkenne ich als Sportler Vorhofflimmern? Gibt es Warnsignale?

Einzelne "Stolperer" (Extrasystolen) beim Sport sind vollkommen normal und kommen auch beim Gesunden vor. Steigt die Herzfrequenz unerklärlich oder ungewohnt schnell oder ist der Puls sehr unregelmässig, ist dies Anlass zur Aufmerksamkeit: Der Sportler bemerkt z.B. im Rahmen des Ergometertrainings die unregelmässige Herzfrequenz am Pulsmesser oder z.B. am Signal der Pulsuhr. Ggf. fällt durch den arrhythmischen Puls die Pulsmessung der Pulsuhr auch ganz aus. Misst man den Puls am Handgelenk, so fällt der arrhythmische und unterschiedlich starke Puls auf. Viele Sporter stellen beim Auftreten von Vorhofflimmern einen Leistungseinbruch fest. Kommt es zu Luftnot bei "normaler" Belastungsstufe sollte ein Facharzt aufgesucht werden. Gerade, beim Erstereignis ist die Abklärung möglicher Ursachen (z.B. koronare Herzerkrankung) für den Sportler wichtig. Denn unbehandelt können diese Grunderkrankungen gefährlicher sein, als das eigentliche Vorhofflimmern. Da neben der Leistungseinschränkung ein deutlich erhöhtes Schlaganfall-Risiko besteht, sollte bei jedem Patienten mit neu aufgetretenem Vorhofflimmern eine umfassende Diagnostik erfolgen. Hierzu gehört neben EKG und Langzeit-EKG vor allem die Ultraschall-Diagnostik (Echokardiographhie). Mittels der Echokardiographie können strukturelle Veränderungen am Herzen schnell und sicher erkannt werden. Bei Patienten mit hohem Schlaganfall-Risiko oder bereits stattgehabtem Insult kann die TEE-Untersuchung ergänzend eingesetzt werden. Einer der ersten Sportler, die sich bei Vorhofflimmern erfolgreich einem neuen Therapieverfahren, der Laser-Ablation, unterzogen haben ist der oben schon erwähnte Sportler Tim Cole. In zahlreichen online-Beiträgen berichtet der Sportler über seinen Krankheitsverlauf und seine nach der erfolgten Ablation wieder aufgenommenen Trainingsbemühungen. 
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

 

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