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Plötzlicher Herztod

Der plötzliche Herztod, auch Sekundentod (englisch sudden cardiac death (SCD)) genannt, ist eine unbehandelt tödliche Komplikation von angeborenen oder erworbenen Herzerkrankungen. Das meist zugrunde liegende terminale Kammerflimmern ist häufig die Folge einer Herzerkrankung im Endstadium. Bei schwerer koronarer Herzerkrankung (KHK) kann es im Rahmen eines akuten Herzinfarktes oder als Komplikation einer schweren chronischen KHK zum Kammerflimmern kommen. Dabei "flimmert" der Herzmuskel so schnell, dass das Herz keine Pumpleistung mehr erbringen kann. Die frühzeitige Einleitung von Wiederbelebungsmaßnahmen, besonders die Defibrillation kann lebensrettend sein. Zur Vermeidung des SCD ist es wichtig, Risikopatienten rechtzeitig zu identifizieren. In diesem Zusammenhang kommt der Bestimmung der Pumpleistung des Herzens mittels Echokardiographie eine besondere Bedeutung zu. Ist die Pumpleistung hochgradig eingeschränkt, ist nach heutigen Leitlinien die Versorgung betroffener Patienten mit einem sog. implantierbaren Defibrillator (ICD) angezeigt.

Hauptursache für das gefährliche Kammerflimmern sind neben der KHK die schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die Herzmuskelentzündung oder auch angeborene Herzerkrankungen (z.B. ARVCM). Bei gehäuften unklaren plötzlichen Todesfällen in der Familie besteht der Verdacht auf eine angeborene strukturelle Herzerkrankung, sollten nahe Verwandte diesbezüglich untersucht werden. Neben genetischen Untersuchungen kommen vor allem die bildgebenden Verfahren wie die Echokardiographie, das Cardio-MRT und ggf. auch die Herzkatheteruntersuchung in Betracht. Mit diesen Verfahren kann schonend festgestellt werden, ob für den Betroffenen eine besondere Gefährdung besteht. Warnsymptome, die Verdachtsmomente für den plötzlichen Herztod wecken, sind häufiger schwerer Schwindel oder Ohnmachtsanfälle, sogenannte Synkopen. Hierbei ist es wichtig, harmlose Ursachen von gefährlichen Rhythmusstörungen zu unterscheiden. Das Langzeit-EKG (24-Stunden EKG oder Holter-EKG) ist häufig wegweisend. Bei vielen Patienten kommt leider der klassische "Vorführeffekt" zum Tragen: Gerade, wenn ein Langzeit-EKG angelegt wird, treten die Rhythmusstörungen oder Schwindelattacken nicht auf. Abhilfe kann ein tragbares EKG (Event-Recorder) schaffen. Führt auch das tragbare EKG nicht zu einer Diagnose, kann die Implantation eines implantierbaren Event-Recorders angezeigt sein. Diese auch loop-recorder genannten Geräte sind meist kleine, unter der Haut implantierbare Geräte, die im Fall einer Synkope vom Arzt ausgelesen werden können. Dies kann in der Praxis/Klinik geschehen oder aber über Telemetrie-Funktionen per Telefon übertragen werden. Hochmoderne Systeme (z.B. Biomonitor) können gefährliche Ryhthmusstörungen automatisch weiterleiten. 

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